15.03.15

Klettverschlussbaby (Julie)

Also langsam frage ich mich wirklich...: wieviel Nähe kann so ein Kind überhaupt brauchen???

Der kleine Junge ist jetzt mit 16 Monaten nicht mehr das typische Tragebaby. Wäre er doch mal wenigstens ein zartes, elfenartig feingliedriges Jünglein. Aber eher so: quite the opposite. Leicht unhandlich. 14kg stemmt man nicht mehr so leicht mit einem Arm. Ich zumindestens nicht. Aber Bizeps trainieren kann ich mir echt sparen!
Junge #2 hätte nichts gegen den Dauertragemodus einzuwenden. Er fordert Tag und Nacht nach wie vor extrem viel Körperkontakt. Und diese Formulierung trifft es nicht mal wirklich. Aber warum, frage ich mich, ist es so extrem?

Die ersten Wochen Dauerkörperkontakt 24/7, außer ich wollte duschen. Meistens wurde aber trotzdem nur auf den Vater umgesiedelt. Monatelang ausschließlich Tragetuch, Kinderwagen wurde nur angeschrien.
Auf dem Boden liegen ging erst ab Erlernen des Drehautomatismus in alle Richtungen. Ich war immer da.
Dann Spielen auf dem Boden. Neben mir. Ich war immer in Sichtweite. Zwischendurch musste gekuschelt werden, um sicherzugehen, ob es auch wirklich ich bin und nicht nur ein Hologramm oder Fata morgana (meine Erklärung zumindest).
Nachts wurde dauergestillt. Ähm. wird meine ich.
Ich kann die Stunden zählen, in denen wir voneinander getrennt waren. Jemals! Im ersten Jahr war er, wenn nicht bei mir, beim Papa. Verlustängste kann es doch da nicht geben! Oder doch?

Habe ich etwas übersehen?

Habe ich etwas falsch gemacht?

Also um mal eines klarzustellen: das alles mache ich sehr gerne. Ist für mich einfach selbstverständlich. Nähe geben, insofern es möglich ist, jederzeit wenn die Kinder es brauchen. Was Wichtigeres gibt es wohl kaum.
Aber: während ich diese paar Zeilen schrieb, war ich 2 Mal bei ihm. Auf den Arm nehmen - halten - wieder hinlegen. Erst wenn ich neben ihm oder am besten mit ihm auf dem Arm im Bett liege, kann er tief schlafen.

Ihn auch mal schreien lassen. Nicht immer springen. Im eigenen Bett beruhigen. Definitiv abstillen. Endlich. - Danke für die Tipps. Könnta wiederhaben!
Ich sage: Das kommt auf das Kind an, bei ihm bewirkt das eher das Gegenteil. Wir haben schon oft versucht, dass zumindest der Papa etwas dieses Nähebedürfnisses stillt, aber das klappt tagsüber nur selten und nachts noch überhaupt und nach wie vor nie. Ich habe versucht, nachts abzustillen. Hatte zur Folge, dass keiner mehr schlafen konnte, er steigerte sich sofort extrem rein, wenn er wach wurde und schrie und schrie. Nach 4 Wochen kapitulierte ich.

Jetzt liege ich völlig schief neben dem schnarchenden kleinen Riesenmann, der sich mit beiden Händen ganz fest an meinem Hals festhält und denke mir, dass ich das so vermissen werde. Warum eigentlich die Eile, wozu der Druck? Eines Tages ergibt sich das von alleine. Leider...

Aber so für manche Momente...: dieser Klettverschlussanzug zum praktischen Baby hin- &wegkletten muss echt mal hergestellt werden!


1 Kommentar :

  1. Ha! Ich bin per Zufall auf euren Blog gestoßen und komme ab jetzt wohl regelmäßig. Auch bei diesem Post musste ich herzlich Lachen!

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