09.01.15

Stillen - the next level (Julie)

Neues Trend-Label: Langzeitstillen. Wir sind seit gut zwei Monaten auch mit dabei.
Muss ja alles gelabelt werden. Hasse ich sowas. Aber gut - da sind wir nun. Gewollt? Geplant jedenfalls überhaupt nicht! N I E hätte ich gedacht, dass ich mal "sowas" mache. Meine Gedanken zum Stillen habe ich hier bereits geäußert. Halbes Jahr, dann entspannt abstillen.
Und jetzt? Gerade habe ich ein 13kg schweren 14 Monate alten Jungen #2, der voll gestillt wird. Es sind die Zähne by the way. Doch wirklich.

Also wie kam das jetzt. Aufgepasst: Junge #2 wurde geboren, 14 Monate später -  jetzt.
Für mich fühlt sich das wirklich so an. Für mich ist es immer noch der Gleiche kleine Mann, der in meinen Armen liegt. Für mich fühlt sich das überhaupt nicht anders an und deswegen auch nicht komisch. Denn ich habe natürlich schon diverse Kommentare zu dieser Langzeitsache gehört! Durchweg negative im Übrigen, was sonst. "Wenn man nichts Nettes zu sagen hat, lieber mal die Klappe halten" scheint den Wenigsten ein Begriff zu sein. Für Manche ist es "schon komisch", wo er doch schon läuft und überhaupt so groß ist. Und: "bääääh". O-ton.

Ganz ganz ehrlich? Früher vor den Kindern hätte ich das auch alles anders gesehen, aber ich wäre doch nicht auf die Idee gekommen, jemandem das ins Gesicht zu sagen. In der jetzigen Situation ist es eben "von innen betrachtet" überhaupt nicht seltsam. Abartig schon gar nicht. Ausschlaggebend dafür ist auch, dass der kleine Mann es vehement einfordert und das Stillen einfach noch total braucht. Ich habe noch nie ein derart stillbesessenes Baby gesehen. Nackte Haut irgendwo und er ist hin und weg. Zieht mich auch gerne mal aus. Er weiß genau, wie das geht. ähmja.
Weint er mal oder ist total müde oder überreizt, nach einer kleinen Stillpause ist das Sonnenscheinkind wieder da. Es tut ihm gut. Viel, viel mehr als nur Nahrung. Geborgenheit, Sicherheit, Runterkommen, Ausruhen.
Würde ich ihm das nehmen, würde ich mich selbst bestrafen. Das kommt eben erschwerend hinzu. Ich bin ziemlich faul und jetzt abzustillen wäre so derart antstrengend, wäre mir viel, viel, wirklich vieeel zu anstrengend. Achso und außerdem würde er nachts vermutlich durchmachen und Dauerparty feiern. Nee Danke. Nachts will ich schlafen und mit kurz stillen schläft er nach wenigen Sekunden wieder ein. - und ich ebenso.

Aber obwohl ich zu unserer Situation (denn um Gottes Willen, dass dies der perfekte Weg für alle ist, möchte ich keinesfalls behaupten) stehe, den Gedanken ans Abstillen hege ich hin und wieder schon. Es bindet uns eben sehr aneinander, ohne mich geht eben wenig. Bzw. ohne ihn.  Ich war seit Ewigkeiten nicht mehr alleine unterwegs und das fehlt mir teilweise schon auch.

Nach dieser Zahnphase werde ich das mal auf uns zukommen lassen, wie es weiter geht... ich habe immer noch die Hoffnung, dass Junge #2 eines Tages von sich aus keine Lust mehr auf Stillen hat. (Vor dem nächsten Geburtstag allerdings, denn irgendwo ist auch bei mir eine Grenze). Soll es ja geben solche Kinder... Holzhammermäßig möchte ich nicht an das Abstillen heran gehen. Falls jemand einen Tipp hat, wie man dem Kind das Stillen abgewöhnt ohne dass es das mitbekommt: ich wäre dankbar. :)



Kommentare :

  1. Vielen Dank für diesen Post. Er spricht mir aus dem Herzen. Somit habe ich aber leider auch keinen guten Tip...

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  2. Diese Menschen mit ihren dummen wirklich einfach dummen Kommentaren! Katastrophe!
    Ist wie du schreibst, habe ich nur schlechtes zu melden halte ich einfach meinen Mund.
    STILLEN IS THE BEST!!! toller Block danke !

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